Einkaufen über das Internet in Europa sollte einfach und unkompliziert sein.

Einkaufen über das Internet in Europa sollte einfach und unkompliziert sein. Man sucht nach dem Produkt, das man kaufen möchte, man schaut auf Preisvergleichsportalen, man schaut, ob der Artikel auf den von einem selbst favorisierten Internet-Seiten besonders preisgünstig erhältlich ist und kauft das Produkt schließlich.

Das funktioniert, sofern die jeweiligen Verkaufspreise von den Anbietern offengelegt werden.
Genau in diesem Zusammenhang sind einige aktuelle Entwicklungen in den USA interessant. Eine Reihe von Herstellern hindert Online-Händler daran, Verkaufspreise online an bestimmten Stellen anzugeben.
Hintergrund ist, dass gemäß eines Grundsatzurteils eines amerikanischen Gerichts Hersteller jetzt größere Freiräume haben, es Unternehmen zu verbieten, ihre Produkte unter einem bestimmten Verkaufspreis zu bewerben. So erfährt man den Preis erst bei der Zahlungsabwicklung. In Europa sind die Regeln in diesem Zusammenhang strenger. Das hat jedoch einige Hersteller nicht davon abgehalten, auch hier zu versuchen, diese Regelungen zu verwässern.

Dies alles zielt letztlich darauf ab, Verkaufspreise zu kontrollieren. Die Hersteller von hochwertigen Produkten wollen die Preise für ihre Waren auf einem hohen Niveau halten.
Die Lösung kann jedoch nicht sein, dass andere gezwungen werden, Preise zu verschleiern oder Mindestpreise zu diktieren. Wenn Produkte begehrt genug sind, so dass die Menschen sie kaufen möchten und sie mit dem Produkt zufrieden sind, dann steigen auch die Umsätze und jeder ist zufrieden. Dies schafft man jedoch nicht durch die Vorgabe der Verkaufspreise.

Eine der größten Stärken des Internets als Handelsmedium ist seine komplette Transparenz. Ich möchte ein Buch kaufen, ich prüfe die Angebote auf allen Seiten und wähle das beste Angebot, das meinen eigenen Präferenzen hinsichtlich Preis und Servicelevel, den die jeweilige Seite bietet, entspricht. Ja, dadurch mag Druck auf die Preise ausgeübt werden (außer es handelt sich um einen seltenen Sammlerartikel, bei dem der Preis durch viele Kaufinteressenten nach oben getrieben wird), aber genau so funktioniert ein Markt mit freiem Wettbewerb.

Ich kann nur hoffen, dass die Transparenz wiederhergestellt wird – und zwar überall.

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